Sexualstrafrecht.de - anonyme telefonische Beratung

Bei Vergewaltigung Beratung!

Vergewaltigung ist die extremste Form sexualisierter Gewalt. Rechtlich gesehen ist eine Vergewaltigung jedes Eindringen in den Körper einer anderen Person gegen ihren Willen unabhängig davon, ob das Eindringen in die Vagina, den Anus oder den Mund und mit dem Penis, dem Finger oder mit einem Gegenstand erfolgt. Die weitaus größte Zahl der Täter sind Männer. Entsprechend ist die Mehrzahl der Opfer Frauen und Mädchen. Die Täter kommen bei etwa drei Viertel aller Fälle aus dem sozialen Umfeld. Die meisten sexuellen Übergriffe finden also dort statt, wo Frauen und Kinder sich eigentlich sicher fühlen sollten, nämlich in der Wohnung, am Arbeitsplatz oder in der Schule, also im gewohnten Umfeld. Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Jahr 2004 in Deutschland etwa 9000 Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung angezeigt. Die Dunkelziffer wird von Fachleuten auf das 10- bis 20-fache geschätzt.

Nach einer Vergewaltigung können ganz unterschiedliche Gefühle entwickelt werden. Angesichts der massiven Gewalterfahrung ist jedes entstehende Gefühl angemessen. Es ist nicht ungewöhnlich möglich, daß eine Zeit lang die meisten Gedanken um die Vergewaltigung kreisen. Dadurch können die Erinnerungen immer wieder ein Großteil der Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen, weshalb schon alltägliche Aufgaben zur Belastung werden können. Manche Frauen empfinden es in dieser Situation als Hilfe, vorübergehend nicht zu arbeiten und bei Freunden zu wohnen. Andere Frauen legen besonderen Wert darauf, ihr normales Leben so weit wie möglich beizubehalten und weiterhin alles wie gewohnt zu erledigen. Das normale Leben soll weitergehen. Viele Frauen leiden nach einer Vergewaltigung unter psychischen und körperlichen Beschwerden wie Ängsten, Schlafstörungen oder Herzrasen. Manchmal treten diese Beschwerden auch erst nach einiger Zeit auf. Auch dann stehen sie mit der Vergewaltigung in Zusammenhang und stellen sich bei einer Bewältigung der Gewalterfahrung allmählich wieder ein.

Die Folgen und psychischen Symptome sind vielfältig:

Die Beratung im Bereich des Sexualstrafrechts muss auch in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext gesehen werden. Die in unserer Gesellschaft bestehenden Wertvorstellungen sind auch Teil des sich wandelnden Rechts und wirken sich daher immer auch auf die Beratungen aus. Beim Erstgespräch gilt es daher einerseits auf die psychischen Auswirkungen der Vergewaltigung einzugehen und andererseits auch die rechtliche Situation umfassend darzustellen. In manchen Fällen ist das Opfer bereits durch Vorurteile und abwertende Reaktionen aus seinem sozialen Umfeld verunsichert und gibt sich selbst die Schuld oder eine Teilschuld an dem, was ihr widerfahren ist. Wenn das Unrecht vom Opfer erst einmal relativiert ist, liegt der Schritt zum Verdrängen und Vergessen nicht mehr weit. Sich in einer solchen Situation auf die Seite des Opfers zu stellen und gemeinsam feststellen zu können, daß nur der Täter die Verantwortung für die Vergewaltigung trägt ist nicht nur befreiend sondern ermöglicht auch, dass das Opfer oft zum ersten Mal verdrängte Gefühle wie Ohnmacht, Angst und Wut ausdrücken kann. Persönliche Gespräche können daher bei der Verarbeitung einer Vergewaltigung sehr wertvoll sein. Weil es vielen Frauen schwerfällt, über die Vergewaltigung und die Folgen zu reden - gerade mit Menschen, die Ihnen sehr vertraut sind - bietet eine anonyme Beratung per Telefon einen hilfreichen Einstieg. Beim Notruf besteht die Möglichkeit, im Rahmen einer qualifizierten Beratung über die Vergewaltigung zu sprechen. Die meisten Frauen wenden sich kurz nach einer Vergewaltigung an den Sofortnotruf, wenn sie nicht mehr weiter wissen, unter schweren Schlafstörungen, Angst- und Panikzuständen leiden und ihr persönliches Umfeld ihnen keine oder nur geringe Unterstützung geben kann. Viele Frauen befinden sich nach einer Vergewaltigung zum ersten Mal in ihrem Leben in einer Situation, in der fremde Hilfe benötigt wird. Durch die Vergewaltigung werden plötzlich eigene Werte und Grundsätze in Frage gestellt. Das gewohnte Gefühl von Sicherheit und das Grundvertrauen in die eigene Selbstbestimmtheit ist erschüttert. Eine telefonische Beratung kann schnell vermitteln, dass Gefühle der Angst und Unsicherheit normale Reaktionen auf die Vergewaltigung sind und die Inanspruchnahme telefonischer Beratung kein Zeichen von Hilflosigkeit, sondern ein Ausdruck von Stärke auf dem Weg zur Bewältigung des Problems ist. Die ersten Worte am Telefon, die konkreten Fragen und Antworten in einer Beratung, wann die Vergewaltigung geschehen ist, welche Verletzungen erlitten wurden, ob vom Vergewaltiger noch Gefahr ausgeht und wie die weiteren Schritte aussehen können, sind entscheidend dafür, dass sich eine Frau in ihrer Rolle als Opfer ernst genommen fühlt.

Betroffene Frauen entscheiden sich regelmässig für eine Strafanzeige, wenn sie den Täter nicht gekannt haben. Kommt der Täter dagegen aus dem Bekanntenkreis oder ist es der Partner oder Ehemann, so nehmen viele Frauen Abstand von der Anzeige der Vergewaltigung. Die Angst vor Rache des Vergewaltigers, vor Streit mit Bekannten oder Familienmitgliedern, die Angst vor dem erneuten Aufrollen der Vergewaltigung während des Strafprozesses, die Furcht vor der Gegenüberstellung mit dem Täter, die Vorstellung, bei Polizei und Gericht als Zeugin ausführlich über den genauen Tathergang berichten zu müssen, fördern das Bedürfnis, die Vergewaltigung nicht zu verfolgen um schneller alles vergessen zu können. Entschließt sich das Opfer nicht sofort sondern erst nach einer geraumen Zeit zu einer Anzeige, so ist regelmäßig ein hoher Erklärungsbedarf gegeben, warum die Vergewaltigung erst spät angezeigt wird. Vielfach ist es zu einem späten Zeitpunkt auch nicht mehr möglich, Spuren oder Beweismaterial sicherzustellen. Bei der Staatsanwaltschaft und Gerichten ist die Beweisbarkeit der Vergewaltigung eine entscheidende Voraussetzung, damit ein Strafverfahren aufgenommen werden kann. Gerade in jenen Fällen, wo keine ärztlich dokumentierten Verletzungsspuren und kein gerichtsmedizinisches Gutachten vorliegen und die Aussage des Opfers gegen die Aussage des Täters stehen, reichen die Angaben des Opfers für eine Verurteilung des Täters oft nicht aus.

Durch eine schnelle und auf Wunsch anonyme telefonische Beratung über eigene Rechte und die Möglichkeiten des Vorgehens werden Verzögerungen vermieden, die sich sehr oft nachteilig für das Opfer und die Aufarbeitung des Erlebten auswirken können. Mit einer schnellen Beratung kann so möglicherweise sichergestellt werden, daß die traumatischen Erinnerungen und die damit verbundenen Gefühle mit der Zeit nicht nur zugelassen, sondern auch kontrolliert werden können. Voraussetzung dafür wird in vielen Fällen die rechtzeitige und effektive rechtliche Aufarbeitung der Vergewaltigung sein. Fehlentscheidungen zu vermeiden und eine schnelle und kostengünstige Beratung zur Verfügung zu stellen ist das Ziel der Telefonberatung über sexualstrafrecht.de. Darum bei Vergewaltigung Beratung!

Darüber hinaus können folgende Angebote eine Hilfe sein: